Zum Überlegen

Warum eigentlich nicht?

„Einer Sache auf den Grund gehen” - so sagt man. Und einer Sache möchte ich auf den Grund gehen und euch einladen, diesen Schritt mitzugehen.

Das steht ausser Frage: Eine lebendige Pfarrgemeinde ist das Fundament für die Zukunft der Kirche. In ihrer Gemeinschaft erfahren wir Heimat, Zusammenhalt und Formung und können im Glauben wachsen.

Doch wir machen im Laufe des Lebens so unsere Erfahrungen. Positive und negative Begegnungen prägen uns. Vielleicht trägt auch das eigene (mangelnde) Selbstwertgefühl dazu bei, dass wir gerne mit (Vor-)urteilen leben. Somit beginnen wir, Menschen zu schubladisieren. Jene Menschen, die uns ins Gesicht passen oder die gleich zufrieden oder unzufrieden sind wie wir, werden zu Freunden.


Warum sprechen oder begegnen wir oft ausnahmslos nur jenen Menschen, die uns liegen?

Ich glaube, das ist eine wichtige Frage, denn wenn wir dieses Anliegen/Problem nicht offen angehen (was ich hiermit tun möchte), dann werden wir als Pfarrgemeinde und darüber hinaus immer nur eine Ansammlung von Grüppchen sein, in der man letztlich nur einige Wenige kennen will, der Rest einem aber schlussendlich egal ist!

Ist eine Veränderung da überhaupt möglich?

Ja, Veränderung ist immer möglich! Natürlich weiß ich auch, dass ein erster Schritt eine ziemliche Herausforderung ist. Sie birgt aber gleichzeitig für unsere Pfarre und jeden einzelnen von uns ein ziemliches Potential in sich.


Wie könnte ein erster Schritt konkret aussehen?

Ein erster Schritt könnte sein, den anderen einmal bewusst wahrzunehmen und seinem Blick begegnen zu wollen.

Bereits eine Überforderung?

Mag sein.


Kann oder will ich meine Einstellung nicht überdenken?

Nur mal so als Gedankenanstoß.

Kann denn Pfarrgemeinde überhaupt zusammenwachsen, wenn ich mich als Teil von dieser Gemeinschaft nicht ändere?

Solange wir uns nicht gegenseitig kennenlernen, werden wir uns auch nicht wirklich begegnen.


Und das ist es, was ich für mich persönlich ändern will: dem anderen, trotz vielleicht einer belasteten Beziehungsvergangenheit offen begegnen zu wollen und gleichzeitig davon überzeugt zu sein, dass gerade dieser Mensch trotz meiner Vergangenheit mit ihm oder seiner Vergangenheit mir mir, für mein und sein Leben eine wertvolle Bereicherung sein kann.

Dann, so glaube ich, werden wir als Pfarrgemeinde wirklich zusammenwachsen und eine Stärke bekommen, die Zeugnis gibt und auffällt.

Woche der Begegnung. Wenn nur zwei Menschen beginnen, sich wirklich begegnen zu wollen, ist im Prinzip der Anfang schon gemacht!

Pfr. Thomas Sauter